Kanaren NEWS (La Palma-La Gomera-El Hierro)

Donnerstag, 25. Juni 2015

Pyramiden auf La Palma

Rätselhafte Pyramiden untersucht


Pyramiden gibt es nicht nur in Ägypten oder wie von den Azteken in Teotihuacán in Mexico erbaut. Auch auf La Palma stehen einige durchaus stattliche Pyramiden.
 
Stumme Zeitzeugen aus einer längst vergangen und verdrängten Epoche der Ureinwohner. Aus der Zeit der Guanchen die von 2000 v. Chr. bis zur Eroberung der Insel durch die Spanier im Jahre 1492 La Palma beherrschten und hier lebten. Pyramiden im „Dornröschen-Schlaf“ – versteckt und eingewachsen hinter Bäumen und Sträuchern und unbeachtet. Von den kanarischen Archäologen als bloße Steinanhäufungen abgetan.

Ob das so ist oder vielleicht mehr dahinter steckt, war in den vergangenen 12 Monaten  meine Aufgabe. Es waren Recherchen zu meinem in Kürze erscheinenden Buch: La Palma – Rätselhafte Insel (ISBN: 978-373-861-5623).
… und es kam erstaunliches dabei ans Tageslicht ... weiter

Sonntag, 5. April 2015

Aktuelle Informationen zu den Kanaren

Weitere NEWS zu den kanarischen Westinseln El Hierro, La Palma und El Hierro  auf           

www.Lapalma1.net

Donnerstag, 30. Oktober 2014

Rendezvous über den Kanaren

News: Die Rosetta Kometen Landung im Live Stream auf Kanaren News

Weltraum-Nachschub für die ISS


Um 9.08 Uhr ETD oder 14.09 Uhr MEZ (13.09 Uhr Kanarische Zeit) kam es heute zu einem Weltraum Rendezvous über den Kanaren. In 261 Meilen Höhe dockte die unbemannte russische Progress 57 erfolgreich an der Weltraumstation ISSan (Foto: Andockmanöver NASA). DerRaumtransporter liefert fast drei Tonnen ... Weiterlesen

Freitag, 15. August 2014

Nahaufnahmen eines heranrasenden Kometen

Der Komet Churyumov-Gerasimenko (kurz Tschuris)

Je weiter sich die Rosetta Raumsonde dem Kometen Tschuris nähert, desto feinere Details werden sichtbar. Aufgenommen wurden diese jüngsten Fotos (DLR) am 7. August 2014 aus 104 Kilometer Entfernung. Der Rosetta-Orbiter befindet sich inzwischen in einer Umlaufbahn um den Kometen Churyumov-Gerasimenko.

Jetzt gilt es einen geeigneten Landeplatz für den Lander Philae zu finden. Am 11. November 2014 soll der Lander auf der Oberfläche des Kometen landen. Der Komet hat eine ganz andere Oberfläche als ursprünglich von den Kometenforschern des Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) vermutet - so Dr Ekkehard Kührt. Nicht nur die außergewöhnliche Form des Kometen, sondern die unregelmäßig geformte und sehr raue Oberfläche - festes Gestein und Halden von Sand und Staub - aber kaum Eis, sind aus dieser Entfernung zu erkennen. Es wird nicht einfach eine geeignete und sichere Landefläche für den Lander Philae zu finden.

Die Ausschnitt-Vergrößerung aus dem Mittelteil des Tschuri, zeigt eine steile Felswand, die sicher einige hundert Meter fast senkrecht ansteigt. Der Boden ist mit abgebröckelten Segmenten und Staub gefüllt. Es gibt auch Risse, Krater und abgestürzte Felsbrocken. Deutlich zu erkennen eine Vielzahl von parallel verlaufenden Linien. Ob es Entgasungskanäle oder alte Strukturen die bereits bei der Kometen- Entstehung entstanden sind, gilt es noch zu klären. Es wird eine interessante Mission, wenn erstmals in der Geschichte der Menschheit ein Raumkörper auf einem Kometen landet.

Meinen ersten Beitrag aus dem Elhierro1.blogspot  vom 6. August 2014 habe ich zum umfassenderen Verständnis hier angefügt:

Rosetta - der Kometenjäger



Das sind die aktuellsten Aufnahmen (Fotos DLR) vom Kometen "Tschuris" (67P/T Churyumov-Gerasimenko) aus ca. 100 km Entfernung. Heute Morgen gegen 11.30 (Uhr MESZ) ist die europäische ESA Sonde "Rosetta" nach einer Flugzeit von über 10 Jahren in die Umlaufbahn um den Kometen eingetreten.

Nach ersten Einschätzungen hat der Komet eine Größe von 5 x 3 km und eine Oberflächen- Temperatur von -70°C. Auch besteht seine Oberfläche nicht wie vermutet aus Eis, sondern aus Gestein und Staub. Zahlreiche Narben und Krater zeugen von einem regen Meteoritenbeschuss oder von Vulkanaktivitäten.

Das will man alles näher untersuchen und schickt Anfang November 2014 dem mitgebrachten Lander "Philae" (Foto links ESA) auf die Kometenoberfläche. Der ungefähr 100 kg schwere ballistische Lander, ist ein High-Tech-Würfel mit einer Kantenlänge von einem Meter und bestückt mit zehn wissenschaftlichen Instrumenten. Seine Hauptaufgabe ist die Vorort Analyse des Kometenmaterials, des wohl ursprünglichsten und ältesten Materials, das es in unserem Sonnensystem gibt.

Der Komet "Tschuris" ist ein relativ kleiner Körper mit wenig Schwerkraft. Der Lander Philae wiegt so auf der Kometenoberfläche nur noch wenige Gramm. Beim Landeanflug könnte er wie ein PingPong abprallen und ins All zurück geschleudert werden. Aus diesem Grund besitzt Philae zwei Harpunen, die beim ersten Oberflächenkontakt in den Kometen- Boden geschossen werden und ihn verankern.
 Es ist das erste Mal in der Menschheitsgeschichte, dass direkt auf einem Kometen gelandet wird. Erstaunlicher ist noch, dass Alles vollautomatisch erfolgen muss. Ein Signal von der Erde zum jetzt ca. 404 Millionen Kilometer entfernten Kometen, braucht selbst bei Lichtgeschwindigkeit eine halbe Stunde.



Es bleibt also spannend, was auf  Tschuris so alles gefunden wird. Wahrscheinlich gibt es Wasser - 


Aber, aus was besteht der Kometenkern? 

Gibt es oder gab es aktive Vulkane?

Wie entsteht bei Sonnenannäherung der Kometenschweif? 

 Sind Grundelemente für Leben vorhanden? 

- und noch einiges  mehr.

Viele Fragen - die technischen Geräte zur Untersuchung sind alle an Bord. Ich denke wir werden einige Überraschungen erleben. Ich bleibe am Ball.

Wer sich die über 10 jährige Entwicklung des Kometenjäger Rosetta näher Anschauen möchte, hier das ESA Video:


Mittwoch, 30. Juli 2014

Kässpätzle und Kaffee Nachschub für die Raumstation ISS

Letzter Start des europäischen Versorgungsfrachter ATV

Letzter Einsatz für den europäischen Raumtransporter ATV: Der Weltraumfrachter "Georges Lemaître" ist mit 6,6 Tonnen Ladung zur ISS gestartet. Bisher versorgten bereits vier europäische Transporter die Internationale Raumstation ISS mit Fracht, jetzt startete am 30. Juli 2014 um 1.47 Uhr mitteleuropäischer Zeit mit "Georges Lemaître" das fünfte und letzte ATV (Automated Transfer Vehicle) der europäischen Raumfahrtorganisation ESA vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana aus ins All (Fotos: DLR). Mit an Bord sind neben Dingen des alltäglichen Weltraumlebens wie Kaffee oder Kässpätzle und Nachschub für Treibstoff, Wasser und Atemluft auch Experimente wie der elektromagnetische Levitator EML, ein Schmelzofen, den der deutsche ESA-Astronaut Alexander Gerst einbauen und erstmals in Betrieb nehmen wird. Voraussichtlich am 12. August 2014 wird der Transporter an der Raumstation andocken.

Für Volker Schmid, DLR-Programm-Manager für das ATV, geht mit der letzten Mission von "Georges Lemaître" eine Ära zu Ende: "Alle bisherigen ATV-Missionen sind gut gelaufen, die komplexen Transporter haben ihre Funktion erfüllt, die Station im All zu versorgen." Das erste europäische Raumfahrzeug - "Jules Verne" - flog 2008 zur ISS, seitdem folgten 2011 "Johannes Kepler", 2012 "Edoardo Amaldi" und 2013 "Albert Einstein". Das Programm endet nun mit dem 20-Tonner ATV-5 "Georges Lemaître". Statt einem ATV-6 werden die Europäer zukünftig als Anteil an der Internationalen Raumstation ISS das Antriebs- und Ressourcenmodul ESM (European Service Module) entwickeln, das die amerikanische NASA-Raumfahrzeugs Orion mit vier Astronauten an Bord ins Weltall befördern soll.

"Mit dem Ende des europäischen ATV-Programms werden die internationalen Partner mit den amerikanischen Dragon- und Cygnus-Transportern, der russischen Progress und dem japanischen HTV den europäischen Anteil der ISS-Versorgung ausgleichen müssen", sagt Volker Schmid. "Die Weiterentwicklung der ATV-Technik für das Multi-Purpose-Crew-Vehicle (MPCV) Orion wird es den Europäern aber ermöglichen, auch bei bemannten Missionen zum Beispiel zum Mond eine wichtige Rolle zu übernehmen."

Schmelzofen in der Schwerelosigkeit

Doch zuvor transportiert das letzte europäische ATV eine Nutzlast von 6.555 Kilogramm zu den Bewohnern der überirdischen Forschungsstation. Das schwerste Gesamtpaket ist dabei mit rund 400 Kilogramm der elektromagnetische Levitator, in dem ohne Kontakt zu einem Gefäß verschiedene metallische Legierungen geschmolzen und analysiert werden können. Ein materialphysikalisches Experiment, auf das sich der deutsche Astronaut Alexander Gerst besonders freut: Er wird die Anlage im europäischen Forschungslabor Columbus einbauen und den ersten Testbetrieb durchführen

Insgesamt 18 Proben, mit denen auch Wissenschaftler des DLR forschen und arbeiten werden, reisen mit der Anlage zur Raumstation (Foto beim Bestücken des ATV) und sollen nach der erfolgreichen Installation den Materialphysikern am Boden die ersten Daten aus der Schwerelosigkeit liefern. Bei Versuchen auf der Erde, zum Beispiel mit dem EML-Bodenmodell des DLR-Instituts für Materialphysik im Weltraum, stören die Auswirkungen der Erdanziehungskraft. Diese sind aber an Bord der ISS ausgeschaltet, so dass Materialeigenschaften wie Dichte, Viskosität, elektrische Leitfähigkeit und thermische Ausdehnung dort exakt vermessen werden können und als Datenbasis in Computermodelle einfließen. Mit diesen werden dann unter anderem Gießprozesse in der Industrie optimiert.

Doch der europäische Raumfrachter ATV wird nicht nur für den Transport von Experimenten eingesetzt. Auch fast 3000 Kilogramm Treibstoff fliegen mit ins All - zum einen um die russischen Treibstofftanks der ISS wieder aufzufüllen, zum anderen für Bahnkorrekturen der ISS, die das ATV regelmäßig in den Monaten ausführt, an denen es an der Raumstation angedockt ist. Dazu kommen 855 Kilogramm Trinkwasser - frisch aus einer Quelle in der Nähe des italienischen Turin. Zu den Ersatzteilen im Laderaum des ATV-5 "Georges Lemaître" gehört unter anderem eine Pumpe, die auf der ISS zur Aufbereitung von Trinkwasser aus Urin eingesetzt wird. "Jedes ATV bringt sehr unterschiedliche Fracht zur Raumstation - immer nach dem aktuellen Bedarf", betont Volker Schmid.

Als erstes wird Alexander Gerst, der im August 2014 auch für die Überwachung des automatischen Andockens des ATV verantwortlich ist, den elektromagnetischen Levitator aus dem Frachtraum ins Columbus-Forschungsmodul transportieren. Erst dann ist der Zugang zur weiteren Fracht möglich. Für Gerst und seine Kollegen dürfte darunter auch einiges sein, dass ihnen eine willkommene Abwechslung auf ihrem Speiseplan ist: Mit "Georges Lemaître" fliegt das so genannte "Bonus Food" - das Wunschessen der Astronauten - zur ISS. Für den deutschen Astronauten sind in diesem Paket Konserven mit Kässpätzle, Linsen, Saitenwürstchen und Grießflammerli verstaut (es ist halt ein Schwabe aus Künzelsau).
Auch die Kaffee-Vorräte der ISS werden um 50 Kilogramm mit der Ankunft des ATV wieder aufgefüllt, wie aus der Pressemitteilung der DLR weiter hervorgeht

Etwa sechs Monate wird der Raumtransporter an der Raumstation angedockt bleiben. Ende 2014 wird er mit mehreren Tonnen Abfall gefüllt und auf seine letzte Reise in Richtung Erdatmosphäre geschickt. Dabei wird das ATV-5 beim kontrollierten Wiedereintritt über dem Südpazifik auseinanderbrechen und verglühen - und zeitgleich noch wichtige Daten zur Erde senden, mit denen die Ingenieure auch Erkenntnisse für das Ende der Internationalen Raumstation und deren gezielten Rückkehr in die Erdatmosphäre sammeln.

Montag, 21. Juli 2014

Das Auge der Sahara

Naturwunder in meiner Reichweite - (Kopie aus meiner El Hierro Seite)

Kein Ufo und kein Hurrikan. Futuristisch sieht das Gebilde aus der Satellitenperspektive aber schon aus. Es ist das Auge der Sahara - der Guelb er Richat (Fotos NASA) - ein schon stark erodierter Krater mit 40 Kilometer Durchmesser. Er liegt im zentral westlichen Teil von Mauretanien mitten in der Sahara ... und darin bin ich vor Jahren noch herum gestapft. 
Zunächst aber erst die genaue Lage.Es sind gut 1000 km Luftlinie von den links oben liegenden  Kanaren (Google Karte) bis zum rot markierten "Eye of the Sahara". Er liegt in einer menschenleeren Gegend südlich der Westsahara/ Marokko im riesigen Wüstengebiet von Mauretanien. Um dort hin zukommen braucht man Zeit und Ausdauer. Seit einigen Jahren wird einmal wöchentlich ein Binter Flug von Gran Canaria nach Nouakchott (Hauptstadt) angeboten. Von hier sind es dann noch einmal geschätzte 500 km Piste bis zum Guelb er Richat. Wir sind damals 1987/88 bei unserer Expedition  mit Geologe, Mediziner usw.(ich war der Koch) vom Mittelmeer im Norden über Algerien, Mali nach Mauretanien gefahren (ca. 6 Wochen).


Auf meiner alten Karte links ist das Umfeld des Kraters zu erkennen. Der Guelb er Richat grenzt an das Tal von Chinguetti. Chinguetti war einst das geistige Zentrum des dort praktizierten Islam. Es gab dort während der französichen Kolonialzeit einen Militärflugplatz der allerdings heute nicht mehr genutzt wird. Lange Jahre gingen die Wissenschaftler davon aus, dass der große Krater durch einen Meteoriteneinschlag entstanden sei. Doch vor einigen Jahren haben Geologen des Institut de Geociencias (IGEO) der Uni Madrid und der kanadischen Universität Quebek/Montreal festgestellt, dass wir es hier mit einem Vulkankrater zu tun haben.

Die NASA Aufnahmen zeigen die innere Struktur der Caldera. Das Alter wird auf  98 Millionen Jahre datiert. Gefundene kieselsäurehaltige magmatische Steine im Zentrum, wie Kimberlite, Karbonate und hydrothermal veränderte Rhyolite im Ringbereich, lassen eine vulkanische Aktivität vermuten. Die blauen Verfärbungen sind keine Seen oder Wasserlandschaften, das gibt es hier nicht. Es sind NASA- Einfärbungen um das Profil besser darstellen zu können. Die Dämme und ringförmigen Kreise sollen durch den Zusammenbruch des Vulkankegel entstanden sein.



In meinem Reisetagebuch vom 11.1.1988 ist vermerkt:

"Vor uns sehen wir den Kraterrand des Guelb er Richat. Bisher nichts sonderlich Beeinduckendes, Wir werden wahrscheinlich am linken Kraterrand Richtung Westen vorbeifahren. Die Stimmung hat sich merklich gebessert. Wir haben heute (18.45 Uhr) eine Tageskilometerleistung von 157 km geschafft. Nun sind wir am Kraterrand. Ein wunderschöner Anblick. Das Tal mit dunklem Untergrund, dazwischen Dünen. Er bildet sich eine weitere Steilstufe ab, die es zu überwinden gilt. Nun fahren wir hinab und über den Grund in Richtung Mitte des Krater.
Zu erwähnen wäre noch, dass es gestern Abend gehagelt hat. Seit heute Nachmittag "tröpfelt" es leicht.
Wir fahren weiter bis zum 3. Ringwall und richten auf der Höhe unser Nachtlager ein. Ein phantastischer Ausblick. Wir trinken unser allerletztes Bier"

Auch wenn jetzt unsere letzte Reserve "Würzburger Bürgerbräu" aufgebraucht ist - schöne Erinnerungen an eine anstrengende Tour. Daran arbeite ich im Moment - es soll mein neues Buchprojekt werden.   

Wie sich die kanadischen Wissenschaftler die Entstehung des Eye of the Sahara vorstellen, hier in einem Video (franz).




Anmerkung: Auch Sie können hier über Naturphänomene, besondere Erlebnisse und Beobachtungen aus der Natur und Wissenschaft berichten. Einzelheiten dazu hier.

Donnerstag, 10. Juli 2014

ISS - Seifenblasen im All

Einfache Experimente - in Schwerelosigkeit vorgeführt



* Wie verhalten sich Seifenblasen unter Schwerelosigkeit ?  

* Lassen sie sich überhaupt im All herstellen?
Dieses Experiment führt Astronaut Alexander Gerst (Fotos: DLR) bei einem Versuch auf der Internationalen Raumstation ISS vor. Es war der Siegervorschlag eines Schülerwettbewerb von DLR, ESA und "Jugend forscht".


Eine Seifenblase hält in der ISS mühelos im Durchschnitt eine Minute lang. "Die sind schon sehr stabil", wunderte sich Alexander Gerst beim Experiment im europäischen Forschungslabor Columbus, als die erste Seifenblase erst nach 55 Sekunden platzte.
Auf der Erde platzten die Seifenblasen unter der Schwerkraft nach 20 bis 30 Sekunden, wie eine Versuchsreihe mit 100 Seifenblasen ergeben hatte.

Auf der Erde sind Seifenblasen dünnhäutig - im All dickfellig und stabiler. Dass die Seifenblasen im Weltall soviel länger leben, liegt daran, dass dort keine Erdanziehungskraft an den Bestandteilen der Seifenblasen zieht: Die Hülle, die aus einer Wasserschicht zwischen zwei Seifenschichten besteht, kann so stabil bleiben. Auf der Erde hingegen läuft die Wasserschicht der Hülle in Richtung Boden und sammelt sich am unteren Ende - oben besteht die Seifenblase dann nur noch aus den beiden äußeren Seifenschichten. Die Hülle wird immer dünner, bis sie schließlich reißt, und die Seifenblase platzt.

Warum aber die Seifenblase in der ISS dann nicht ewig hält, lässt sich noch nicht erklären. Vielleicht liegt es an der künstlichen ISS Atmosphäre und der Luftzirkulation aus der Klimaanlage. Ein Versuch direkt im All könnte durchaus ein anderes Ergebnis bringen.

Selbst eine Sicherheitsnadel, die der Astronaut direkt in die Hülle stach, brachte die Seifenblasen nicht zum platzen.
Auch der Versuch mit einer Spritze Farbstoff in die Seifenblase zu injizieren (siehe DLR-Foto), brachte ein interessantes Ergebnis.

Das Seifenblasen-Experiment und wie sich auf der Erde davon abgeleitet nützliche Produkte herstellen lassen, zeigt das Video unten.


Dienstag, 10. Juni 2014

Die Internationale Space Station ISS Live miterleben

Mit WebCam und Live-Funkverkehr dabei

News: 11.06.14 - 13.30 Uhr - in der vergangenen Nacht wurde aufsteigender Rauch aus dem Heizsystem der  Wasserwiederaufbereitungsanlage entdeckt. Das System wurde abgeschaltet und demontiert. Lt. Roskosmos bestehe keine Gesundheitsgefahr für die Raumfahrer.

In 90 Minuten umrundet die International Space Station (ISS) in 415 Kilometer Höhe einmal die Erde (Foto: NASA). Mit knapp 28.000 Kilometer in der Stunde rast sie für irdische Verhältnisse kaum vorstellbar, auf einer fast kreisförmigen Umlaufbahn über unsere Köpfe hinweg.
Das alles persönlich zu erleben ist im Moment noch nicht möglich und wäre auch zu kostspielig. Wir können aber am PC zu Hause das Leben auf der ISS Live miterleben. Die NASA hat erstmals einige Kanäle freigeschaltet.
Zwei Kameras im Livemodus und den Funkverkehr zwischen den Astro/Kosmonauten und der Bodenstation.
Die Ansicht der gerade überflogenen Erdoberfläche zeigt die Aussenkamera I unten.



Live Streaming Ausssenkamera I

Wenn im Moment kein Bild erscheint lädt der Server oder es wird gerade eine Nachtzone durchflogen. 14 x an einem irdischen Tag erlebt die Besatzung einen Sonnenauf- und natürlich auch den Sonnenuntergang.

Die Aussenkamera II habe ich rechts oben in der Seitenleiste verlinkt. Weltraumeinsätze im Orbit werden von der Arbeitsplattform über diese Kamera übertragen. Hier kann auch der Funkverkehr deutlich mitgehört werden.
Es kann sein, dass im Augenblick Funkstille herrscht weil die Astronauten schlafen oder es einfach nichts zu berichten gibt. Etwas Geduld und ein späteres Einschalten hilft meist.

Die Größe der ISS ist beachtlich. Mit einer Länge von knapp 100 Meter und einer Spannweite von 110 Meter ist sie schon ein Schwergewicht am Himmel. Ihr Gesamtgewicht liegt bei rund 455 Tonnen.
Durch ihre Größe ist sie auch mit bloßem Auge am Nachthimmel auszumachen. Als hellster Stern fliegt sie bei einer entsprechenden Konstellation in wenigen Minuten über das Firmament.

Den augenblicklichen  Standort der ISS habe ich oben in der Kopfzeile "ISS" dauerhaft verlinkt. Hier sind auch gut die jeweiligen Tag- und Nachtzeiten zu erkennen. Wollen Sie die Raumstation über ihrer Stadt beobachten, gibt es entsprechende Rechenprogramme. Sie zeigen exakt die Überflugzeit über ihrem Standort an.






Zwei Programme, das Heavens-Above oder das NASA Sighting Location Lookup stehen zur Verfügung.
Im Heavens-Above (das Bessere) geben sie zunächst ihren Standort (Stadt) ein. Interessant zum Beobachten sind nur die Nachtzeiten (nur sichtbare oben anklicken).
Jetzt wirft die Übersicht alle sichtbaren Zeiten der nächsten Tage aus (Grafik links). Gut beobachtbar sind nur Helligkeiten von - 3,0m oder mit mehr Minuswert. In der Astronomie erscheint ein Objekt desto heller je mehr Minus erreicht wird. Die Sonne bringt es auf -26,73m und die Venus auf -4,7m. Das ist auch die größte Helligkeit die die ISS erreichen kann. Wichtig wäre dann noch der Überflugwinkel (höchster Punkt). Je höher die ISS am Himmel steht, desto einfacher zu beobachten.
Rechts dann noch die Himmelsrichtung  in die Sie schauen müssen.
So sollte es klappen - klarer Himmel natürlich voraus gesetzt.



Eine imposante Vorstellung in 3D von der ISS bekommen Sie auch im obigen Video. Notwendig ist eine 3D Brille (diese Pappbrille mit den farbigen Kunstoffgläsern).
Es kann richtig mitgefühlt werden, was ein Astronaut bei einem Ausseneinsatz um die Station sieht und empfindet.

Wenn ich etwas neues um die ISS entdecke oder etwas spannendes passiert, werde ich berichten.

Montag, 9. Juni 2014

Startklar - Gorona Projekt VI

Jetzt ist es also bald so weit. Das Gorona-Projekt soll am 27. Juni 2014 ans Netz gehen. Dann wäre El Hierro die erste Insel dieser Erde, die ihren Strombedarf zu 100 % aus selbsterzeugter regenerativer Energie bezieht.
Aus einem Traum (Foto: Bauschild von 2010) wird Wirklichkeit.
Zur Zeit läuft die Anlage bereits im Probe- und Testbetrieb. Wie man hört verläuft alles planmäßig.

Ich werde natürlich zum Startbeginn ausführlich darüber berichten.

Im letzten und VI Teil muss natürlich noch der geistige Vater und Initiator genannt werden. Heute wollen natürlich viele "Vater" dieses "grünen Projekt" sein. Aber Ehre wem auch diese Ehre zusteht.

Beitrag vom 21. April 2013
El Hierro und sein Vordenker - der Visionär

Über die wenigen Visionäre und Vordenker auf den Kanaren hatte ich in der Vergangenheit schon mehrfach berichtet. Es ist ein Thema über das ich gerne Schreibe und leider in der Vergangenheit in vielen Köpfen keinen Platz fand und als Zukunftsspinnerei abgetan wurde. Hier und jetzt wurde das reichlich vorhandene Geld und die vielen Subventionen in den vergangenen Jahrzehnten in Beton gegossen. Viele unnütze und sinnlose Projekte ohne Zukunftsperspektive oder nachhaltige Nutzung wurden aus dem Boden gestampft.
Jetzt kommt auch der Präsident der Nachbarinsel La Gomera, Casimiro Curbelo, auf die glorreiche Idee es dem Gorona del Viento Projekt von El Hierro nachzumachen. 100% Inselstrom aus regenerativer Energie (Artikel in Universocanario).
Er hinkt aber mit seinen Gedanken der Zeit etwas hinterher. Vor Jahren war das Geld dafür vorhanden. Heute sind aber alle Kassen leer und die EU Subventionen fließen nur noch spärlich.

Es waren nur wenige - genau genommen nur +Javier Morales von El Hierro und der Inselpräsident von Teneriffa Ricardo Melchior die die Chancen für die Zukunft erkannten und auch politisch über den Tellerrand blicken konnten. Sie hatten den Willen auch gegen den Widerstand vieler eigener Parteigenossen die Idee politisch durch zu boxen.

Der ehemalige stellvertretende Inselpräsident und heutige Senator im Kanarischen Parlament Javier Morales wird heute zu Recht auch von seinen ehemaligen Kritikern als "Vater des Gorona Projekt" bezeichnet. Ein Visionär und Vordenker der für El Hierro weit seiner Zeit voraus war. Seine Idee ist heute fast umgesetzt. Bis Ende 2013/14 wird El Hierro die erste Insel der Welt sein, die ihren Strom zu 100% aus Wind- und Wasserenergie bezieht.


Ich hatte im Sommer letzten Jahres Gelegenheit zu einem längeren persönlichen Gespräch mit Javier Morales (siehe Beitrag vom September 2012). Seine Probleme und Widerstände, aber auch sein Wille und seine Überzeugung die Natur zu schützen und die natürlich vorhandenen Ressourcen sinnvoll zu nutzen sind auch nach Jahren mühsamen Kampfes ungebrochen. Ein sympathischer Mensch der nach meiner festen Überzeugung Hochachtung und Unterstützung verdient und noch so manche Überraschung im Hinterkopf hat.

Über seinen Weg und seine Ideen erzählt er in einem neueren Video (deutsch übersetzt) von Esther Weinz. Hier geht`s zum Video Javier Morales

Samstag, 7. Juni 2014

Die Anlage wächst - Gorona Projekt V

Beitrag aus dem Jahre 2012 aus dem El Hierro Blog

Nicht nur die Naturgewalt des Vulkan Eldiscreto mit all seinen Vor- und Nachteilen erweckt das Interesse der Öffentlichkeit, sondern auch das von Menschenhand zur Zeit im Bau befindliche "Gerona del Viento El Hierro". Ein einmaliges Projekt das auch indirekt mit der Natur - dem Wind zu tun hat und in einigen Monaten (vielleicht auch noch Jahre) die Insel El Hierro zu 100 % mit Strom versorgen soll.
Ich hatte schon mehrfach darüber berichtet und habe mich in den letzten Wochen intensiv mit dieser Sache beschäftigt. In loser Abfolge werde ich, wenn Eldiscreto Ruhe gibt, nun darüber berichten.


Heute zunächst eine Bestandsaufnahme.
Inzwischen stehen am windigsten Ort der Insel, in Nähe der Hauptstadt Valverde, die fünf Windräder aus deutscher Produktion. Diesen Standort hat man ausgewählt, da pro Jahr hier nur an drei aufeinander folgenden Tagen (es gab eine lange Messreihe) kein verwertbarer Wind weht.




Das obere Speicherbecken mit 380.000 m³ Fassungsvermögen ist fertiggestellt. Es wurde in einem alten Vulkankrater errichtet und soll auch Beben überstehen Mit diese Problematik werde ich mich noch ausführlich beschäftigen. Auf La Palma haben wir auch ohne große Beben unsere negativen Erfahrungen bereits gesammelt.




Das kleiner in Küstennähe liegende Auffangbecken ist noch in Arbeit. Es wird mit sechs Sperrschichten unterschiedlichster Bauart zur Zeit abgedichtet. Es soll sich um das modernste Verfahren handeln. Im Hindergrund das Turbinenhaus. Dort werden im Moment die Turbinen und Generatoren installiert. Ich war bei der Montage dabei und werde noch ausführlich auf die Montage und die Besonderheiten eingehen. Um das gesamte Wirkungsprinzip besser zu verstehen hier noch ein Video von und über das Gorona-Projekt.

Donnerstag, 5. Juni 2014

Das Pumpenhaus - Gorona Projekt (Teil IV)

Um das Wasser wieder in das obere Hauptbecken zu Pumpen, haben wir das Pumpenhaus und eine Meereswasser- Entsalzungsanlage.




Am tiefsten Punkt an der Küste in Nähe des Hafen von "La Estaca" liegt die Wasseraufbereitungs- Anlage. Die Meereswasser-Entsalzungsanlage und die Pumpstation. In dem zweistöckigen Gebäude befinden sich im Erdgeschoss die technischen Anlagen und im Obergeschoss (Bild oben) die Steuerungseinheit mit den Büros. Dieses Gebäude erinnert im Innern, die Fotos entstanden im Juli 2012, noch mehr an einen Rohbau. Es ist noch einiges zu machen. Hier wird das Meereswasser entnommen, entsalzt und dann zum oberen Speicherbecken in über 600 m Höhe gepumpt. Auch der Wasserkreislauf läuft über diese Pumpstation.





Die benötigten Pumpen sind bereits auf ihren Sockeln (hier in Plastik eingepackt). Auch die Druck- Rohrleitungen und das weitere Equipment noch in Holzkisten verpackt, dürfte größtenteils vor Ort sein. Begonnen wird nun mit der Installation der Rohr- Verbindungen, die von einer Firma aus Festland-Spanien stammen. Auf das Umfeld und die Anbindung an das Stromnetz mit dem alten Diesel- Ersatzkraftwerk gehe ich in den nächsten Tagen noch ein.

Wie aus Wasser ~ Strom wird - Gorona Projekt III

Mein Beitrag vom 12. August 2012

Zeit - sich wieder etwas mit meinem zweiten Steckenpferd dem "Perpetuum Mobile", dem Energieprojekt von El Hierro zu beschäftigen. Wenn mich etwas interessiert und das ist hier der Fall, dann nehme ich die Sache doch etwas genauer unter die Lupe.




Das Turbinenhaus (oben) mit seinen vier Turbinen - und den stromerzeugenden Generatoren. Links die mächtige Verbindungswelle vom mechanischen Wasserrad zum elektrischen Dynamo. Im Grunde das gleiche Wirkungsprinzip wie beim Fahrrad. Jede Einheit erzeugt 2.830 kW Strom, insgesamt also 11,32 MW. Die maximale Wasserdurchflussmenge pro Turbine liegt bei 2,0 m³ pro Sekunde.







Der Schaltschrank an jeder Turbine wird zur Zeit aufgebaut. Hier laufen die ganzen Strom, Steuer- und Messleitungen zusammen. Die Spezialisten aus Festlandspanien sind im Moment dabei diese Verkabelungen herzustellen. In 2 bis 3 Monate wird dieser Abschnitt fertig sein.


In einem Außengebäude neben dem Turbinenhaus stehen die vier Transformatoren der Firma ABB. Hier wird der erzeugte Strom umgewandelt und auf eine Wechselspannung gebracht, damit er auch wirtschaftlich sinnvoll über eine Hochspannungsleitung über weite Entfernungen transportiert werden kann. Diese Trafos geben durch den Umspannvorgang eine große Hitze ab, so daß sie meist im Freien oder in gut durchlüfteten Räumen aufgebaut werden.


Sonntag, 1. Juni 2014

Planung und Wirklichkeit - Gorona-Projekt II

Mein Beitrag vom 24. Dezember 2012.

Das einmalige regenerative Energieprojekt von El Hierro über das ich bereits mehrfach berichtet und auch über die Jahre begleitet habe, sollte nach der Ausgangsplanung 2012 fertiggestellt werden und ans Netz gehen. Daß Planung und Wunschdenken mit der Realität wenig zu tun hat, möchte ich an diesem Beispiel zeigen. Es handelt sich um das Hauptspeicherbecken oberhalb der Hauptstadt Valverde. Auf großen aufgestellten Tafeln, so fordert das der Geldgeber, werden für alle sichtbar die Rahmenbedingungen schwarz auf weiß verkündet. Projektbeginn im April 2009 und Fertigstellung 15 Monate später, also im Juli 2010.


 ... und diese Aufnahmen entstanden im Juli 2010 und zeigen die Baustelle. Die Erdarbeiten sind noch im vollen Gange und an eine termingerechte Fertigstellung ist nicht mehr zu denken. Wie sieht das dann mit der Finanzplanung aus ? Kalkuliert waren für dieses Becken 5,6 Millionen Euro. Bei einem Gesamtvolumen von 64 Millionen Euro für das Gesamtprojekt.dürften die Vorgaben bei weitem nicht ausreichen. Hier hüllt sich allerdings die Betreiberfirma "Gorona del Viento" in Schweigen. Von fehlenden Mitteln und einer Nachfinanzierung ist nur die Rede. Es müssen also faktisch weitere Millionen gefunden werden, um das Projekt fertig zu stellen. Größter Geldgeber ist auch hier - auch wenn es nicht aus der Tafelbeschriftung hervorgeht - die Europäische Gemeinschaft.
Geschätzt und von "Fachleuten" auch so berechnet, wurde ein jährlicher Strombedarf im Jahre 2015 von 48 GWh. Auf diese Größe ist das ganze Projekt auch ausgelegt. Da kommen natürlich jetzt Zweifel auf, wenn man die jüngste Verlautbarung des Stromlieferanten Endesa vom ersten Quartal 2012 näher anschaut. Die Stromnachfrage auf El Hierro hat sich in den ersten drei Monaten 2012 um 7,5 % gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres erhöht. Verbraucht wurden 11,3 GWh. Hochgerechnet auf das Jahr 2012 sind das bereits 45,2 GWh und das ohne Zuwachsraten.
Wollen wir nur hoffen, daß im Jahr 2015 dann nicht jede zweite Glühbirne heraus gedreht werden muß, um die Stromnachfrage zu bremsen und um das ehrgeizige Projekt nicht zu gefährden.
Stromeinsparmöglichkeiten sind viele vorhanden. Ich frage mich auch oft, warum Caminos (Feldwege), Strandpromenaden und Plätze die ganze Nacht in gleißendes Licht gehüllt werden müssen, wo sie eh niemand nutzt. Ein fragwürdiges Zeichen von Reichtum, Fortschritt und Wohlstand.
Auch wenn sich all diese Kalkulationen als Luftrechnungen heraus stellen sollten, ist dieses Energieobjekt eine der wenigen sinnvollen und nachhaltigen Investitionen auf El Hierro. Hätte man lieber die vielen weiteren EU-Subventionen in ähnliche Dinge gesteckt. Man hätte heute und in Zukunft mehr davon und einige Sorgen weniger.

Ich habe bereits in meinem Buch vor Jahren die volle Einsatzfähigkeit dieses "Perpetuum Mobile" für das Jahr 2015 prognostiziert
Aber egal in welchem Jahr - Ende gut, alles gut. Je früher desto besser .. gut für die Natur und die hier lebenden Menschen.

Samstag, 31. Mai 2014

Regenerative Energie - das Gorona Projekt El Hierro I

Was dieses Projekt so einmalig macht ?

Zum ersten Mal kann sich eine ganze Insel mit 9000 Einwohnern, allein mit regenerativ erzeugtem Strom versorgen. Noch läuft die Testphase - aber ab Juli 2014 soll es soweit sein.
Ich möchte hier zunächst meine alten Beiträge vom El Hierro-Blog zu diesem Thema zusammen fassen:

So funktioniert das neue Energiekonzept - Artikel vom 7.5.2012 Teil 1

In Fortsetzung meiner begonnenen Beschreibung des regenerativen Projekt "100 % Energie aus der Natur" heute die Idee und die geplante Funktionsweise der Anlage.  

Hier der schematische Aufbau des Wirkungsprinzip zum regenerativen Energieprojekt. Auf der Grafik -  oben ein großer Stausee aus dem über eine Druckleitung durch natürliches Gefälle das Wasser über eine Turbine nach unten fließt und Strom erzeugt und in einem unteren Becken (Deposito Interior) gesammelt wird. Mit Strom aus der Windkraft (rechts) wird das Wasser wieder nach oben gepumpt und der Kreislauf beginnt von Neuem. Das ist das Reservesystem, wenn kein Strom über die Windräder erzeugt werden kann. Primär wird die Insel jedoch zunächst über 5 Windräder, mit je knapp 2 MW Leistung - insgesamt also ca. 9,9 MW Gesamtleistung mit Strom versorgt. Die überschüssige Energie wird für die Meereswasser Entsalzungsanlage (Desaladora unten) und die Pumpstation (Estacion de Bombeo) eingesetzt.

Vom Wirkungsprinzip im Grunde ein alter Hut und in vielen Ländern bereits eingesetzt und erfolgreich täglich getestet. Windkraft und Wasserkraft in Strom umgewandelt, ist also nichts Neues.
Erst die Kombination dieser beiden Energiearten ist aber das Interessante und Einmalige. Es gibt bisher kein Objekt auf diesem Globus, wo dies versucht wurde. Daher ist El Hierro das erste Land (Insel) wo die Kombination beider Komponenten umgesetzt werden soll.

Das Projekt ist hier in das Höhen- und Landschaftprofil eingefügt. Unten am Meer den Hafen "La Estaca" und rechts oben die Hauptstadt Valverde. Dazwischen die Gesamtanlage. Das obere Staubecken mit einem Fassungsvermögen von 500.000 m³ und 683 m tiefer das etwas kleinere Auffangbecken mit 225.000 m³. Dazwischen drei Turbinen mit je 3,3 MW Leistung.
Erst bei Ausfall beider Systeme soll das alte Schweröl-Kraftwerk (Central Diesel) wieder als Reserve einspringen.
Ein gut durchdachtes System (was hier nicht selbstverständlich ist) das sich bereits seit Jahren im Bau befindet.