Kanaren NEWS (La Palma-La Gomera-El Hierro)

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Donnerstag, 30. Oktober 2014

Rendezvous über den Kanaren

News: Die Rosetta Kometen Landung im Live Stream auf Kanaren News

Weltraum-Nachschub für die ISS


Um 9.08 Uhr ETD oder 14.09 Uhr MEZ (13.09 Uhr Kanarische Zeit) kam es heute zu einem Weltraum Rendezvous über den Kanaren. In 261 Meilen Höhe dockte die unbemannte russische Progress 57 erfolgreich an der Weltraumstation ISSan (Foto: Andockmanöver NASA). DerRaumtransporter liefert fast drei Tonnen ... Weiterlesen

Mittwoch, 30. Juli 2014

Kässpätzle und Kaffee Nachschub für die Raumstation ISS

Letzter Start des europäischen Versorgungsfrachter ATV

Letzter Einsatz für den europäischen Raumtransporter ATV: Der Weltraumfrachter "Georges Lemaître" ist mit 6,6 Tonnen Ladung zur ISS gestartet. Bisher versorgten bereits vier europäische Transporter die Internationale Raumstation ISS mit Fracht, jetzt startete am 30. Juli 2014 um 1.47 Uhr mitteleuropäischer Zeit mit "Georges Lemaître" das fünfte und letzte ATV (Automated Transfer Vehicle) der europäischen Raumfahrtorganisation ESA vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana aus ins All (Fotos: DLR). Mit an Bord sind neben Dingen des alltäglichen Weltraumlebens wie Kaffee oder Kässpätzle und Nachschub für Treibstoff, Wasser und Atemluft auch Experimente wie der elektromagnetische Levitator EML, ein Schmelzofen, den der deutsche ESA-Astronaut Alexander Gerst einbauen und erstmals in Betrieb nehmen wird. Voraussichtlich am 12. August 2014 wird der Transporter an der Raumstation andocken.

Für Volker Schmid, DLR-Programm-Manager für das ATV, geht mit der letzten Mission von "Georges Lemaître" eine Ära zu Ende: "Alle bisherigen ATV-Missionen sind gut gelaufen, die komplexen Transporter haben ihre Funktion erfüllt, die Station im All zu versorgen." Das erste europäische Raumfahrzeug - "Jules Verne" - flog 2008 zur ISS, seitdem folgten 2011 "Johannes Kepler", 2012 "Edoardo Amaldi" und 2013 "Albert Einstein". Das Programm endet nun mit dem 20-Tonner ATV-5 "Georges Lemaître". Statt einem ATV-6 werden die Europäer zukünftig als Anteil an der Internationalen Raumstation ISS das Antriebs- und Ressourcenmodul ESM (European Service Module) entwickeln, das die amerikanische NASA-Raumfahrzeugs Orion mit vier Astronauten an Bord ins Weltall befördern soll.

"Mit dem Ende des europäischen ATV-Programms werden die internationalen Partner mit den amerikanischen Dragon- und Cygnus-Transportern, der russischen Progress und dem japanischen HTV den europäischen Anteil der ISS-Versorgung ausgleichen müssen", sagt Volker Schmid. "Die Weiterentwicklung der ATV-Technik für das Multi-Purpose-Crew-Vehicle (MPCV) Orion wird es den Europäern aber ermöglichen, auch bei bemannten Missionen zum Beispiel zum Mond eine wichtige Rolle zu übernehmen."

Schmelzofen in der Schwerelosigkeit

Doch zuvor transportiert das letzte europäische ATV eine Nutzlast von 6.555 Kilogramm zu den Bewohnern der überirdischen Forschungsstation. Das schwerste Gesamtpaket ist dabei mit rund 400 Kilogramm der elektromagnetische Levitator, in dem ohne Kontakt zu einem Gefäß verschiedene metallische Legierungen geschmolzen und analysiert werden können. Ein materialphysikalisches Experiment, auf das sich der deutsche Astronaut Alexander Gerst besonders freut: Er wird die Anlage im europäischen Forschungslabor Columbus einbauen und den ersten Testbetrieb durchführen

Insgesamt 18 Proben, mit denen auch Wissenschaftler des DLR forschen und arbeiten werden, reisen mit der Anlage zur Raumstation (Foto beim Bestücken des ATV) und sollen nach der erfolgreichen Installation den Materialphysikern am Boden die ersten Daten aus der Schwerelosigkeit liefern. Bei Versuchen auf der Erde, zum Beispiel mit dem EML-Bodenmodell des DLR-Instituts für Materialphysik im Weltraum, stören die Auswirkungen der Erdanziehungskraft. Diese sind aber an Bord der ISS ausgeschaltet, so dass Materialeigenschaften wie Dichte, Viskosität, elektrische Leitfähigkeit und thermische Ausdehnung dort exakt vermessen werden können und als Datenbasis in Computermodelle einfließen. Mit diesen werden dann unter anderem Gießprozesse in der Industrie optimiert.

Doch der europäische Raumfrachter ATV wird nicht nur für den Transport von Experimenten eingesetzt. Auch fast 3000 Kilogramm Treibstoff fliegen mit ins All - zum einen um die russischen Treibstofftanks der ISS wieder aufzufüllen, zum anderen für Bahnkorrekturen der ISS, die das ATV regelmäßig in den Monaten ausführt, an denen es an der Raumstation angedockt ist. Dazu kommen 855 Kilogramm Trinkwasser - frisch aus einer Quelle in der Nähe des italienischen Turin. Zu den Ersatzteilen im Laderaum des ATV-5 "Georges Lemaître" gehört unter anderem eine Pumpe, die auf der ISS zur Aufbereitung von Trinkwasser aus Urin eingesetzt wird. "Jedes ATV bringt sehr unterschiedliche Fracht zur Raumstation - immer nach dem aktuellen Bedarf", betont Volker Schmid.

Als erstes wird Alexander Gerst, der im August 2014 auch für die Überwachung des automatischen Andockens des ATV verantwortlich ist, den elektromagnetischen Levitator aus dem Frachtraum ins Columbus-Forschungsmodul transportieren. Erst dann ist der Zugang zur weiteren Fracht möglich. Für Gerst und seine Kollegen dürfte darunter auch einiges sein, dass ihnen eine willkommene Abwechslung auf ihrem Speiseplan ist: Mit "Georges Lemaître" fliegt das so genannte "Bonus Food" - das Wunschessen der Astronauten - zur ISS. Für den deutschen Astronauten sind in diesem Paket Konserven mit Kässpätzle, Linsen, Saitenwürstchen und Grießflammerli verstaut (es ist halt ein Schwabe aus Künzelsau).
Auch die Kaffee-Vorräte der ISS werden um 50 Kilogramm mit der Ankunft des ATV wieder aufgefüllt, wie aus der Pressemitteilung der DLR weiter hervorgeht

Etwa sechs Monate wird der Raumtransporter an der Raumstation angedockt bleiben. Ende 2014 wird er mit mehreren Tonnen Abfall gefüllt und auf seine letzte Reise in Richtung Erdatmosphäre geschickt. Dabei wird das ATV-5 beim kontrollierten Wiedereintritt über dem Südpazifik auseinanderbrechen und verglühen - und zeitgleich noch wichtige Daten zur Erde senden, mit denen die Ingenieure auch Erkenntnisse für das Ende der Internationalen Raumstation und deren gezielten Rückkehr in die Erdatmosphäre sammeln.

Donnerstag, 10. Juli 2014

ISS - Seifenblasen im All

Einfache Experimente - in Schwerelosigkeit vorgeführt



* Wie verhalten sich Seifenblasen unter Schwerelosigkeit ?  

* Lassen sie sich überhaupt im All herstellen?
Dieses Experiment führt Astronaut Alexander Gerst (Fotos: DLR) bei einem Versuch auf der Internationalen Raumstation ISS vor. Es war der Siegervorschlag eines Schülerwettbewerb von DLR, ESA und "Jugend forscht".


Eine Seifenblase hält in der ISS mühelos im Durchschnitt eine Minute lang. "Die sind schon sehr stabil", wunderte sich Alexander Gerst beim Experiment im europäischen Forschungslabor Columbus, als die erste Seifenblase erst nach 55 Sekunden platzte.
Auf der Erde platzten die Seifenblasen unter der Schwerkraft nach 20 bis 30 Sekunden, wie eine Versuchsreihe mit 100 Seifenblasen ergeben hatte.

Auf der Erde sind Seifenblasen dünnhäutig - im All dickfellig und stabiler. Dass die Seifenblasen im Weltall soviel länger leben, liegt daran, dass dort keine Erdanziehungskraft an den Bestandteilen der Seifenblasen zieht: Die Hülle, die aus einer Wasserschicht zwischen zwei Seifenschichten besteht, kann so stabil bleiben. Auf der Erde hingegen läuft die Wasserschicht der Hülle in Richtung Boden und sammelt sich am unteren Ende - oben besteht die Seifenblase dann nur noch aus den beiden äußeren Seifenschichten. Die Hülle wird immer dünner, bis sie schließlich reißt, und die Seifenblase platzt.

Warum aber die Seifenblase in der ISS dann nicht ewig hält, lässt sich noch nicht erklären. Vielleicht liegt es an der künstlichen ISS Atmosphäre und der Luftzirkulation aus der Klimaanlage. Ein Versuch direkt im All könnte durchaus ein anderes Ergebnis bringen.

Selbst eine Sicherheitsnadel, die der Astronaut direkt in die Hülle stach, brachte die Seifenblasen nicht zum platzen.
Auch der Versuch mit einer Spritze Farbstoff in die Seifenblase zu injizieren (siehe DLR-Foto), brachte ein interessantes Ergebnis.

Das Seifenblasen-Experiment und wie sich auf der Erde davon abgeleitet nützliche Produkte herstellen lassen, zeigt das Video unten.


Dienstag, 10. Juni 2014

Die Internationale Space Station ISS Live miterleben

Mit WebCam und Live-Funkverkehr dabei

News: 11.06.14 - 13.30 Uhr - in der vergangenen Nacht wurde aufsteigender Rauch aus dem Heizsystem der  Wasserwiederaufbereitungsanlage entdeckt. Das System wurde abgeschaltet und demontiert. Lt. Roskosmos bestehe keine Gesundheitsgefahr für die Raumfahrer.

In 90 Minuten umrundet die International Space Station (ISS) in 415 Kilometer Höhe einmal die Erde (Foto: NASA). Mit knapp 28.000 Kilometer in der Stunde rast sie für irdische Verhältnisse kaum vorstellbar, auf einer fast kreisförmigen Umlaufbahn über unsere Köpfe hinweg.
Das alles persönlich zu erleben ist im Moment noch nicht möglich und wäre auch zu kostspielig. Wir können aber am PC zu Hause das Leben auf der ISS Live miterleben. Die NASA hat erstmals einige Kanäle freigeschaltet.
Zwei Kameras im Livemodus und den Funkverkehr zwischen den Astro/Kosmonauten und der Bodenstation.
Die Ansicht der gerade überflogenen Erdoberfläche zeigt die Aussenkamera I unten.



Live Streaming Ausssenkamera I

Wenn im Moment kein Bild erscheint lädt der Server oder es wird gerade eine Nachtzone durchflogen. 14 x an einem irdischen Tag erlebt die Besatzung einen Sonnenauf- und natürlich auch den Sonnenuntergang.

Die Aussenkamera II habe ich rechts oben in der Seitenleiste verlinkt. Weltraumeinsätze im Orbit werden von der Arbeitsplattform über diese Kamera übertragen. Hier kann auch der Funkverkehr deutlich mitgehört werden.
Es kann sein, dass im Augenblick Funkstille herrscht weil die Astronauten schlafen oder es einfach nichts zu berichten gibt. Etwas Geduld und ein späteres Einschalten hilft meist.

Die Größe der ISS ist beachtlich. Mit einer Länge von knapp 100 Meter und einer Spannweite von 110 Meter ist sie schon ein Schwergewicht am Himmel. Ihr Gesamtgewicht liegt bei rund 455 Tonnen.
Durch ihre Größe ist sie auch mit bloßem Auge am Nachthimmel auszumachen. Als hellster Stern fliegt sie bei einer entsprechenden Konstellation in wenigen Minuten über das Firmament.

Den augenblicklichen  Standort der ISS habe ich oben in der Kopfzeile "ISS" dauerhaft verlinkt. Hier sind auch gut die jeweiligen Tag- und Nachtzeiten zu erkennen. Wollen Sie die Raumstation über ihrer Stadt beobachten, gibt es entsprechende Rechenprogramme. Sie zeigen exakt die Überflugzeit über ihrem Standort an.






Zwei Programme, das Heavens-Above oder das NASA Sighting Location Lookup stehen zur Verfügung.
Im Heavens-Above (das Bessere) geben sie zunächst ihren Standort (Stadt) ein. Interessant zum Beobachten sind nur die Nachtzeiten (nur sichtbare oben anklicken).
Jetzt wirft die Übersicht alle sichtbaren Zeiten der nächsten Tage aus (Grafik links). Gut beobachtbar sind nur Helligkeiten von - 3,0m oder mit mehr Minuswert. In der Astronomie erscheint ein Objekt desto heller je mehr Minus erreicht wird. Die Sonne bringt es auf -26,73m und die Venus auf -4,7m. Das ist auch die größte Helligkeit die die ISS erreichen kann. Wichtig wäre dann noch der Überflugwinkel (höchster Punkt). Je höher die ISS am Himmel steht, desto einfacher zu beobachten.
Rechts dann noch die Himmelsrichtung  in die Sie schauen müssen.
So sollte es klappen - klarer Himmel natürlich voraus gesetzt.



Eine imposante Vorstellung in 3D von der ISS bekommen Sie auch im obigen Video. Notwendig ist eine 3D Brille (diese Pappbrille mit den farbigen Kunstoffgläsern).
Es kann richtig mitgefühlt werden, was ein Astronaut bei einem Ausseneinsatz um die Station sieht und empfindet.

Wenn ich etwas neues um die ISS entdecke oder etwas spannendes passiert, werde ich berichten.